Zitronenverbene - stark imDuft

Das zitrusfrische Duftkraut für Leib und Magen

Blühende Zitronenverbene - Margit Kunzke
Blühende Zitronenverbene - Margit Kunzke
Der intensive Duft dieses Krauts ist unwiderstehlich. Er steckt in den Blättern der Zitronenverbene. Man genießt sie als Tee, als Würze in Speisen und als feine Seife.

Die Zitronenverbene (Verbena triphylla), auch Zitronenstrauch genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Die spanische Bezeichnung Hierbaluisa Luisenkraut und der veraltete Gattungsname Aloysia erinnern an Maria Luisa Teresa de Parma (1751–1819), Ehefrau von König Carlos IV. von Spanien. Der Name Verbene geht auf das lateinische Wort verbena belaubter Zweig zurück

Noch vor 100 Jahren war die Zitronenverbene in Europa eine beliebte Zierpflanze. Sie ist aber in der Zwischenzeit leider etwas in Vergessenheit geraten, obwohl sie eine sehr robuste Pflanze und allgemein pflegeleicht ist. Im Kübel oder in einem großen Tontopf gedeiht sie prächtig. Die weißlichen oder violetten Blüten an den Enden der Zweige erscheinen von Juli bis September.

Im Winter sollte man die Pflanze auf 1/3 zurückschneiden und an einem hellen Ort überwintern. Sie ist ist nur bis etwa -4°C winterhart. Die Pflanze kann während dieser Zeit sämtliche Blätter abwerfen und völlig vertrocknet aussehen.

In milden Klimazonen, wie in Südspanien, kann man sie auch in den Garten pflanzen. Der Strauch wird bis zu 2 m hoch. Er braucht viel Wasser und muss regelmäßig gedüngt werden.

Duftgeber für Seife und Parfüm

Hierzulande auch fälschlicherweise als Eisenkraut bekannt, verströmt die Zitronenverbene bereits beim leichten Verreiben ihrer Blätter wahre Duftwolken an Zitrusaromen. Kein Wunder also, daß Marseiller Seifensieder damit eine der vielleicht feinsten Olivenölseifen – die Savon Verveine– parfümieren. Auch die kosmetische Industrie verwendet sie gern für Parfüme und Badezusätze.

Das ätherische Öl der Pflanze enthält als Hauptbestandteil die Aldehyde Neral und Citral sowie weitere Monoterpene bzw. Monoterpenabkömmlinge (Limonen, Carvon, Dipenten, Linalool, Nerol, Geraniol). Die Intensität des Duftes ist stärker als bei den meisten anderen nach Zitronen riechenden Pflanzen.

Beliebt bei Feinschmeckern und Kräuterfans

Die Zitronenverbene ist bei Feinschmeckern und Kräuterliebhabern ein Begriff. In der Küche verwendet man die frischen Blätter als feine Würze für Salate, Geflügel, Pilz- und Fischgerichte. Aber auch zum Würzen von Obstsalat, und Pudding, zur Bereitung von Speiseeis und herrlichen Mousses eignen sich die grünen Blätter trefflich.

Zitronenkrautblätter als Tee aufgebrüht und zu den Mahlzeiten getrunken beugen Völlegefühl und Blähungen vor. Verwendet werden bevorzugt frische Blätter. Da das Zitronenaroma auch beim Trocknen erhalten bleibt, kann man auch die getrockneten Blätter benützen. Getrocknete Blätter müssen lichtgeschützt gelagert werden.

In Frankreich werden die Blätter der Zitronenverbene nicht nur gerne zum ebenso anregenden wie entspannenden Abendtee aufgegossen, sondern sie dienen auch – etwa der Distillerie Verveine du Velay in der Auvergne – dazu, hochprozentige Liköre zu destillieren, die vorzüglich als Digestif geeignet sind.

Zitronenfrische im Wäscheschrank

Für frischen Duft im Wäscheschrank werden getrocknete Verbenenblätter in einem Stoffbeutelchen in den Schrank gelegt. Oder man zerreibt einfach eine ganze Handvoll Zitronenverbenenblätter zwischen den Händen und legt sie für 2 bis 3 Stunden in einen Liter Wasser ein. Danach abfiltern, in eine Sprühflasche füllen und vor dem Bügeln die Wäsche damit einsprühen.

Zitronenkraut hat auch eine kühlende Wirkung, die angenehm bei heißer Haut und hitzebedingten Kopfschmerzen ist. Deshalb findet sich Zitronenkraut in Körperpflege-Produkten für den Sommer. Die Spanier legen einen kleinen Zweig ins Auto, wenn sie längere Fahrten antreten, um mit dem Duft Ermüdungen vorzubeugen. Ihren frischen Zitrusduft und ihr feines Aroma entfaltet die Zironenverbene in dieser köstlichen Zitronenverbenenmousse.

Rezept für Zitronenverbenenmousse

300 ml Milch

15 g frische Zitronenverbenenblätter

4 Blätter weiße Gelatine

2 Eidotter

60 g Zucker

300 ml Schlagsahne

1 TL Limettenschale, abgerieben und unbehandelt

2 EL Limettensaft

1 Stiel Zitronenverbene, Puderzucker, Zucker, rote und schwarze Johannisbeeren zum Dekorieren

Milch und Verbenenblätter aufkochen. Zugedeckt 1 Stunde ziehen lassen.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Verbenenmilch nochmals kurz aufkochen. Eigelb und Zucker in einem Schlagkessel gut verrühren. Die heiße Milch durch ein Sieb unter Rühren zugießen. Masse im heißen Wasserbad unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen erhitzen, bis sie dicklich wird. Gelatine gut ausdrücken und in der Masse auflösen. Den. Kessel in Eiswasser stellen und die Creme abkühlen lassen.

Sahne steif schlagen. Sobald die Verbenencreme fest zu werden beginnt, die Sahne mit Limettenschale und -saft unterheben.

In eine Puddingform umfüllen und mindestens 4 Stunden kalt stellen. Aus der Form stürzen, mit Puderzucker bestäuben und mit Zitronenverbeneblättchen und gezuckerten Johannisbeerrispen garnieren.

Rezept für Zitronenverbenenlikör

Für 1 Liter Zitronenverbenenlikör benötigt man 1 Liter Alkohol eau de vie 40%, 100 g Puderzucker und 40 frische Zitronenverbenenblätter. Die Zitronenblätter waschen und gut trockentupfen. In eine Flasche geben. Puderzucker zufügen und den Alkohol zuschütten. Die Flasche für 2-3 Tage in die Sonne stellen und ab und zu umschütteln. Dann mindestens 2 Monate an einem kühlen Ort mazerieren. Vor dem Genuss in eine saubere Flasche umfiltern.

Margit Kunzke, Margit Kunzke

Margit Kunzke - Fast ein Vierteljahrhundert lebe und arbeite ich in Spanien als Journalistin. Gelernt habe ich mein journalistisches Handwerk nach dem ...

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